23.03.2008

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Osterfeuer

Der Tanz um das nicht brennen wollende Feuer
Aktive und Besucher trotzen dem kalten Wetter

 
Osterfeuer 2008
 

Bildergalerie von Hergen Moriße

Ein eisiger Wind pfiff aus dem Norden, die Kälte fraß sich durch jede Winterjacke, glücklich war, wer Handschuhe trug. Das Wetter schien es mit der närrischen Zahl des 11. Osterfeuers ernst zu meinen und warf den Aktiven und den Besuchern alle Widrigkeiten entgegen, die es aufbringen konnte – nur der Regen oder Schnee blieb zum Glück noch aus.

„Wir haben unser bestmöglichstes getan, Wind und Wetter getrotzt, um dieses Osterfeuer zu ermöglichen. Jetzt sind die Bürger von Ellwürden und Abbehausen dran“, sagte Heinrich Schröder, als am frühen Sonnabendabend alle Vorbereitungen für das Osterfeuer abgeschlossen waren.
Und in der Tat ließen viele Bürger des Doppeldorfes den Bürgerverein nicht im Stich: Selbst den beschwerlichen Weg über die fast unter Wasser stehende Osterfeuerwiese nahmen zahlreiche Gäste auf sich, um am Fackelzug teilzunehmen und bis an den Sträucherberg heranzutreten. Familienväter versanken im Matsch, Kinder kamen über und über mit Schmutz bespritzt von ihrer Reise wieder. Der Fackelzug musste einen Umweg laufen, um über die verbliebenen trockenen Stellen zum Sträucherberg zu gelangen. Aber mit ein bisschen Geschick und dem passenden Schuhwerk konnte jede Hürde genommen werden. Wer wollte, konnte das Feuer erreichen – meisten bleiben aber lieber auf dem Festplatz zurück.


Der Weg an den Sträucherberg ist geschafft, gleich wird das Feuer entzündet.

Der blieb allerdings den Abend über nur halb so gut gefüllt wie in den Vorjahren. Die frostigen Temperaturen und insbesondere der kalte Nordwind schreckten viele Partyhungrige ab. Michael Garbe sprach davon, dass der kalendarische Frühlingsanfang auf der Osterfeuerwiese einem gefühlten Winteranfang entspreche. Er tröstete die Aktiven wie die Besucher: Das nächste Mal wird Ostern erst im Jahre 2160 auf den 23. März fallen.

Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit zollte Abbehausens Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wedemeyer dem Bürgerverein. Er überbrachte die Grüße des Ortsrates und der Verwaltung der Stadt Nordenham. In seiner Ansprache erinnerte er an die kulturelle Bedeutung des Osterfeuers seit dem 16. Jahrhundert. „In der heutigen Zeit hat das Osterfeuer eine andere Bedeutung. Für uns ist das ein freudiges Ereignis, woran die ganze Familie ihren Spaß hat“, so Wedemeyer.


Spaß für die ganze Familie: Ein bisschen Wärme gab es beim Stockbrotbacken.

Gut eineinhalbtausend Besucher trotzen dem Wetter und nutzen das Fest, um Freunde und Bekannte zu treffen, zu klönen und zu feiern. Währenddessen hatten Torsten Schwarting und sein Team der Brandwache am Osterfeuer einen anderen, schweren Job: Der Sträucherberg wollte nämlich aufgrund der seit Wochen andauernden Nässe nur schwerlich brennen. Es dauerte Stunden, dass sich die Flammen ihren Weg durch den Sträucherberg brannten. Zur Sicherung blieb auch die Freiwillige Feuerwehr Abbehausens ungewöhnlich lange vor Ort, um das unsichere Flammenmeer im Blick zu haben. Wärme spendete das Feuer dabei aber auch kaum, denn die wärmenden Randzonen waren aufgrund der Nässe des Gehölzes mit dichtem Qualm vernebelt. „Ich habe noch nie so lange am Stück gefroren wie heute“, musste Ortsbrandmeister Lothar Janßen beim Abrücken seiner Mannschaft eingestehen.


Das Feuerwehr-Ballett: Ein bisschen Wärme für Rücken und Po erheischen.

In der Nacht vor dem Osterfeuer hatten die Ellwürder ihren Sträucherberg gegenüber anderen Osterfeuer-Teams zu verteidigen. Die Wachmannschaften waren jedoch aufmerksam und konnten die Fremden von ihrem Land vertreiben und Benzinkanister konfiszieren. Unverständnis äußerten viele Osterfeueraktive darüber, dass einige Jugendliche aus dem eigenen Dorf den Sträucherberg angreifen wollten. Dies widerspreche jeder Tradition und grenze an Vandalismus. Besonders betrübt sind die Aktiven darüber, dass auch Kinder von zwei Politkern des Orts- und Stadtrates zu den Vandalen zu rechnen sind.
 

 

 

 

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