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Osterfeuer
Der Tanz um das nicht brennen wollende Feuer
Aktive und Besucher trotzen dem kalten
Wetter
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Bildergalerie von Hergen Moriße |
Ein eisiger Wind pfiff aus dem Norden, die
Kälte fraß sich durch jede Winterjacke, glücklich war, wer Handschuhe
trug. Das Wetter schien es mit der närrischen Zahl des 11. Osterfeuers
ernst zu meinen und warf den Aktiven und den Besuchern alle
Widrigkeiten entgegen, die es aufbringen konnte – nur der Regen oder
Schnee blieb zum Glück noch aus.
„Wir haben unser bestmöglichstes getan, Wind und Wetter getrotzt, um
dieses Osterfeuer zu ermöglichen. Jetzt sind die Bürger von Ellwürden
und Abbehausen dran“, sagte Heinrich Schröder, als am frühen
Sonnabendabend alle Vorbereitungen für das Osterfeuer abgeschlossen
waren.
Und in der Tat ließen viele Bürger des Doppeldorfes den Bürgerverein
nicht im Stich: Selbst den beschwerlichen Weg über die fast unter
Wasser stehende Osterfeuerwiese nahmen zahlreiche Gäste auf sich, um
am Fackelzug teilzunehmen und bis an den Sträucherberg heranzutreten.
Familienväter versanken im Matsch, Kinder kamen über und über mit
Schmutz bespritzt von ihrer Reise wieder. Der Fackelzug musste einen
Umweg laufen, um über die verbliebenen trockenen Stellen zum
Sträucherberg zu gelangen. Aber mit ein bisschen Geschick und dem
passenden Schuhwerk konnte jede Hürde genommen werden. Wer wollte,
konnte das Feuer erreichen – meisten bleiben aber lieber auf dem
Festplatz zurück.

Der
Weg an den Sträucherberg ist geschafft, gleich wird das Feuer
entzündet.
Der blieb allerdings den Abend über nur halb so gut gefüllt wie in den
Vorjahren. Die frostigen Temperaturen und insbesondere der kalte
Nordwind schreckten viele Partyhungrige ab. Michael Garbe sprach
davon, dass der kalendarische Frühlingsanfang auf der Osterfeuerwiese
einem gefühlten Winteranfang entspreche. Er tröstete die Aktiven wie
die Besucher: Das nächste Mal wird Ostern erst im Jahre 2160 auf den
23. März fallen.
Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit zollte Abbehausens
Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wedemeyer dem Bürgerverein. Er
überbrachte die Grüße des Ortsrates und der Verwaltung der Stadt
Nordenham. In seiner Ansprache erinnerte er an die kulturelle
Bedeutung des Osterfeuers seit dem 16. Jahrhundert. „In der heutigen
Zeit hat das Osterfeuer eine andere Bedeutung. Für uns ist das ein
freudiges Ereignis, woran die ganze Familie ihren Spaß hat“, so
Wedemeyer.

Spaß für die ganze
Familie: Ein bisschen Wärme gab es beim Stockbrotbacken.
Gut eineinhalbtausend Besucher trotzen dem Wetter und nutzen das Fest,
um Freunde und Bekannte zu treffen, zu klönen und zu feiern.
Währenddessen hatten Torsten Schwarting und sein Team der Brandwache
am Osterfeuer einen anderen, schweren Job: Der Sträucherberg wollte
nämlich aufgrund der seit Wochen andauernden Nässe nur schwerlich
brennen. Es dauerte Stunden, dass sich die Flammen ihren Weg durch den
Sträucherberg brannten. Zur Sicherung blieb auch die Freiwillige
Feuerwehr Abbehausens ungewöhnlich lange vor Ort, um das unsichere
Flammenmeer im Blick zu haben. Wärme spendete das Feuer dabei aber
auch kaum, denn die wärmenden Randzonen waren aufgrund der Nässe des
Gehölzes mit dichtem Qualm vernebelt. „Ich habe noch nie so lange am
Stück gefroren wie heute“, musste Ortsbrandmeister Lothar Janßen beim
Abrücken seiner Mannschaft eingestehen.

Das
Feuerwehr-Ballett: Ein bisschen Wärme für Rücken und Po erheischen.
In der Nacht vor dem Osterfeuer hatten die Ellwürder ihren
Sträucherberg gegenüber anderen Osterfeuer-Teams zu verteidigen. Die
Wachmannschaften waren jedoch aufmerksam und konnten die Fremden von
ihrem Land vertreiben und Benzinkanister konfiszieren. Unverständnis
äußerten viele Osterfeueraktive darüber, dass einige Jugendliche aus
dem eigenen Dorf den Sträucherberg angreifen wollten. Dies
widerspreche jeder Tradition und grenze an Vandalismus. Besonders
betrübt sind die Aktiven darüber, dass auch Kinder von zwei Politkern
des Orts- und Stadtrates zu den Vandalen zu rechnen sind.
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