Für Kreisel kein Geld im
Haushaltsplan
DIE KOSTENBERECHNUNGEN WERDEN ZURZEIT ÜBERARBEITET. DANN MÜSSEN SICH
STADT UND LAND ÜBER DIE ANTEILE EINIGEN.

Bild: Der Außendurchmesser des Kreisels beträgt 40 Meter. Für die
Anlieger an der B 212 gibt es eine gesonderte Zufahrt
VERKEHR Baubeginn steht in den Sternen – Straßenmeistereileiter
Giesmann zu Gast beim Bürgerverein
ELLWüRDEN - Das Meinungsbild war eindeutig: Aus Sicht des Bürgervereins
Ellwürden ist ein Kreisel die einzige vernünftige Lösung für die Verkehrsprobleme
an der Einmündung der Großensieler Straße in die B 212. Das zeigte sich, als
Straßenmeistereileiter Alfred Giesmann in der Herbstversammlung des Vereins den
Stand der Planungen erläuterte. Wann es mit dem seit Jahren diskutierten
Bauvorhaben endlich in Sachen geht, konnte Alfred Giesmann allerdings nicht
sagen.
Der Chef der Nordenhamer Straßenmeisterei, die eine Außenstelle des
Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg ist, machte deutlich,
dass seine Behörde die Problematik erkannt habe und an einer Lösung „brennend
interessiert“ sei. Zurzeit sind Planungsexperten in Oldenburg nach Alfred
Giesmanns Angaben damit beschäftigt, die groben Kostenberechnungen noch einmal
zu überprüfen. Bislang seien die Baukosten für eine Ampelanlage mit 150 000 bis
180 000 Euro und für einen Kreisel mit 350 000 bis 400 000 Euro veranschlagt.
Alfred
Giesmann machte deutlich, dass ein Kreisel für die Entlastung des
Verkehrsknotenpunktes besser geeignet sei. Als Pluspunkte gegenüber einer Ampel
zählte er kürzere Wartezeiten, geringere Lärmemissionen, niedrigeres
Unfallrisiko und eine bessere Erreichbarkeit der Anliegergrundstücke am
Westrand der B 212 auf. Zusammengefasst habe ein Kreisel volkswirtschaftliche
Vorteile, die bei der Betrachtung der höheren Baukosten zu berücksichtigen
seien. Dazu zählte er auch den geringeren Kraftstoffverbrauch beim An- und
Abfahren sowie die günstigere Umweltverträglichkeit.
Als Nachteile eines Kreisverkehrsplatzes führte der Diplom-Ingenieur die
höheren Ausgaben für einen Grunderwerb und die längere Bauzeit an. Während eine
Ampel kurzfristig zu errichten sei, erfordere der Bau eines Kreisel einen hohen
Aufwand. Aufgrund des kaum tragfähigen Bodens müsse eine Vorbelastung durch
Sandaufschüttungen vorgenommen werden, die rund ein Jahr dauert. Zudem sei für
einen Kreisverkehr voraussichtlich ein langwieriges Planfeststellungsverfahren
erforderlich. Alles in allem würden etwa vier Jahre bis zur Fertigstellung ins
Land gehen.
Bürgervereinsmitglieder und Anlieger wiesen darauf hin, dass der Rat der Stadt
Nordenham doch bereits einen Grundsatzbeschluss für einen Kreisverkehr gefasst
hat. „Wer hat denn nun das Sagen?“, wollte Ewald Heinemann wissen.
Straßenmeistereileiter Alfred Giesmann machte daraufhin deutlich, dass die Finanzierungsfrage
der entscheidende Punkt sei. Ein Baubeginn komme erst in Betracht, wenn
zwischen der Landesbehörde und der Stadt Nordenham eine Vereinbarung über die
Kostenanteile getroffen ist. Dieser wichtige Schritt sei bislang nicht erfolgt.
Während
aus Sicht der Straßenbauverwaltung in Oldenburg die Stadt Nordenham am Ball
ist, indem sie ihre Kostenzusage konkretisiert, sehen die Verantwortlichen im
Nordenhamer Rathaus die Landesbörde am Zug.
„Wir wissen ja noch gar nicht, um welche Größenordnung es sich bei den Kosten
handelt“, sagte der zuständige Dezernent Manfred Brunßen am Dienstag auf
Nachfrage der NWZ.
Weil noch viel Unklarheit herrsche, habe die Verwaltung das Projekt
Kreisverkehr auch nicht in den Haushaltsplanentwurf für 2009 aufgenommen. „Wir
gehen davon aus“, so Manfred Brunßen, „dass da vor 2010 nichts geschieht.“ Im
Haushalt 207 waren noch vorsorglich 300 000 Euro für den Kreisel eingeplant
gewesen, aber dieser Posten ist mittlerweile aufgelöst.
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