12.11.2008

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Für Kreisel kein Geld im
Haushaltsplan

DIE KOSTENBERECHNUNGEN WERDEN ZURZEIT ÜBERARBEITET. DANN MÜSSEN SICH STADT UND LAND ÜBER DIE ANTEILE EINIGEN.

Karte Kreisel

Bild: Der Außendurchmesser des Kreisels beträgt 40 Meter. Für die Anlieger an der B 212 gibt es eine gesonderte Zufahrt

VERKEHR Baubeginn steht in den Sternen – Straßenmeistereileiter Giesmann zu Gast beim Bürgerverein

ELLWüRDEN - Das Meinungsbild war eindeutig: Aus Sicht des Bürgervereins Ellwürden ist ein Kreisel die einzige vernünftige Lösung für die Verkehrsprobleme an der Einmündung der Großensieler Straße in die B 212. Das zeigte sich, als Straßenmeistereileiter Alfred Giesmann in der Herbstversammlung des Vereins den Stand der Planungen erläuterte. Wann es mit dem seit Jahren diskutierten Bauvorhaben endlich in Sachen geht, konnte Alfred Giesmann allerdings nicht sagen.

Der Chef der Nordenhamer Straßenmeisterei, die eine Außenstelle des Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg ist, machte deutlich, dass seine Behörde die Problematik erkannt habe und an einer Lösung „brennend interessiert“ sei. Zurzeit sind Planungsexperten in Oldenburg nach Alfred Giesmanns Angaben damit beschäftigt, die groben Kostenberechnungen noch einmal zu überprüfen. Bislang seien die Baukosten für eine Ampelanlage mit 150 000 bis 180 000 Euro und für einen Kreisel mit 350 000 bis 400 000 Euro veranschlagt.

Alfred Giesmann machte deutlich, dass ein Kreisel für die Entlastung des Verkehrsknotenpunktes besser geeignet sei. Als Pluspunkte gegenüber einer Ampel zählte er kürzere Wartezeiten, geringere Lärmemissionen, niedrigeres Unfallrisiko und eine bessere Erreichbarkeit der Anliegergrundstücke am Westrand der B 212 auf. Zusammengefasst habe ein Kreisel volkswirtschaftliche Vorteile, die bei der Betrachtung der höheren Baukosten zu berücksichtigen seien. Dazu zählte er auch den geringeren Kraftstoffverbrauch beim An- und Abfahren sowie die günstigere Umweltverträglichkeit.

Als Nachteile eines Kreisverkehrsplatzes führte der Diplom-Ingenieur die höheren Ausgaben für einen Grunderwerb und die längere Bauzeit an. Während eine Ampel kurzfristig zu errichten sei, erfordere der Bau eines Kreisel einen hohen Aufwand. Aufgrund des kaum tragfähigen Bodens müsse eine Vorbelastung durch Sandaufschüttungen vorgenommen werden, die rund ein Jahr dauert. Zudem sei für einen Kreisverkehr voraussichtlich ein langwieriges Planfeststellungsverfahren erforderlich. Alles in allem würden etwa vier Jahre bis zur Fertigstellung ins Land gehen.

Bürgervereinsmitglieder und Anlieger wiesen darauf hin, dass der Rat der Stadt Nordenham doch bereits einen Grundsatzbeschluss für einen Kreisverkehr gefasst hat. „Wer hat denn nun das Sagen?“, wollte Ewald Heinemann wissen. Straßenmeistereileiter Alfred Giesmann machte daraufhin deutlich, dass die Finanzierungsfrage der entscheidende Punkt sei. Ein Baubeginn komme erst in Betracht, wenn zwischen der Landesbehörde und der Stadt Nordenham eine Vereinbarung über die Kostenanteile getroffen ist. Dieser wichtige Schritt sei bislang nicht erfolgt. 

Während aus Sicht der Straßenbauverwaltung in Oldenburg die Stadt Nordenham am Ball ist, indem sie ihre Kostenzusage konkretisiert, sehen die Verantwortlichen im Nordenhamer Rathaus die Landesbörde am Zug.

„Wir wissen ja noch gar nicht, um welche Größenordnung es sich bei den Kosten handelt“, sagte der zuständige Dezernent Manfred Brunßen am Dienstag auf Nachfrage der NWZ. Weil noch viel Unklarheit herrsche, habe die Verwaltung das Projekt Kreisverkehr auch nicht in den Haushaltsplanentwurf für 2009 aufgenommen. „Wir gehen davon aus“, so Manfred Brunßen, „dass da vor 2010 nichts geschieht.“ Im Haushalt 207 waren noch vorsorglich 300 000 Euro für den Kreisel eingeplant gewesen, aber dieser Posten ist mittlerweile aufgelöst.

 

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